Krise
Wie wird aus einem lauen Lüftchen ein Orkan? Nun, meist gehören immer zwei dazu. Auf der einen Seite einer, der mucksmäuschenstill alles abwartet, nix sagt und hofft, alles würde irgendwie gut werden – auf der anderen Seite einer, der hinter jedem Bäumchen eine Attacke sieht und sich ein Schleudertrauma durch zu heftiges hin und her gucken holt.
Prallen beide Seiten aufeinander, kommt es zwangsläufig zur Konfrontation. So belanglos die Dinge auch sein mögen – sie wurden weder angesprochen noch nach Wichtigkeit gemessen. Es kriselt in solchen Momenten.
Eine Einigung ist kaum erreichbar – beide fühlen sich verletzt. Beide hintergangen. Niemand gesteht dem anderen sein „Ding“ zu, ob banal oder nicht, es interessiert in diesem Moment keinen.
Genau hier bedarf es Abstand. Abstand, der nur gewonnen wird, wenn tief, ganz tief durchgeatmet wird.
Zur Zeit ist alles zu frisch, zu wund, um darüber hinweg zu sehen. Die Zeit kann Wunden heilen. Allerdings nur, wenn daran gearbeitet wird und alte Dinge nicht wieder zum Vorwurf werden.
Warum das Ganze? Wegen einer Nichtigkeit. Gekränkten Eitelkeit oder Naivität. Erwachsen sein ist manchmal zum Kotzen. Schippe auf den Kopf und gut ist! Tja, früher war alles leichter. Heute komplizierter – weil wir es so machen.