Meister der Herzen

Dienstag, 4. November 2008, 0:02 § 0

Ich war im Borussia-Park und fotografierte (mal wieder) eine Niederlage der Hausherren. Erste Liga halt. Nach der Partie verfolgte ich auf den Monitoren weniger die Reden von Hans Meyer & Co. – nein, mein Blick ging auf einen Bildschirm, der das Formel 1 Rennen aus Brasilien übertrug.

Als absoluter, quasi fanatischer, Ferrari-Fan, zitterte ich die letzten Sekunden mit den Roten – um am Ende zu sehen, dass ausgerechnet die Sindelfinger durch Glück und Glock den Titel gewannen.

Einen kurzen Augenblick fühlte ich mich wie ein Schalker. Nur kurz, für wenige Momente. Dann ging die Pressekonferenz los und entriss mich all dem Leid und Klagen. Dankenswerterweise. Denn den Stern trage ich nie im Herzen – nicht mal, wenn sie es ggf. verdient hätten.

Töchter und die Gefahr

Samstag, 1. November 2008, 22:20 § 0

Am gestrigen Freitag hatte ich ein Déjà-vu…

Lange Jahre ist es her, da bat – nein, er zitierte – mein Religionslehrer meine Mutter zum Elternsprechtag. Als meine Mama und ich vor seinem Büro auf den „gnädigen Herren“ warteten, gesellte sich ein Mädchen in meinem Alter zu uns und blickte destruktiv an die Wand.

Mister Religionslehrer lotste meine Mutter in seine Gemächer und verbat mir, ebenfalls mitzukommen. Wie kläglich.

Also ließ ich alleingelassen vor der Tür meines Kirchenvorbildes meiner Pubertät freien Lauf und baggert die Schönheit neben mir an. Trotz aller Sensibilität erkannte ich deren Intention nicht. Auf ihre Fragen antworte ich gewohnt naiv.

»Mein Religionslehrer nennt Franz von Assisi als sein Vorbild, fährt aber einen Mercedes 500.«

»Er holt meine Mutter hinein, um sie alleine zu sprechen. Wahrscheinlich hat er keinen Mumm, sich mir zu stellen.«

»Seine Frau ist gleichzeitig meine Deutsch-Lehrerin, sie ist genauso schräg. Biedere Ansichten, einfach peinlich. Hinten die dekadente Reichtumssucht.«

»Ja, er ist ein Ekel, falsch und vor allem ein notorischer Ignorant.«

Eine Woche später, wir hatten wieder Religionsunterricht, fing mein „Lieblingslehrer“ seinen Unterricht mit folgenden Worten an:

»Wenn ein Schüler so dumm ist, sich mit meiner Tochter so abwertend über mich zu unterhalten, dann darf er sich nicht wundern, in Zukunft jedes Mal fern von dieser Lehrstunde zu bleiben. Herr Kozany, melden Sie sich bitten wegen „guten Benehmens“ im Sekretariat und weisen Sie die beiden Damen darauf hin, dass dies bis zum Ende des Schuljahres so bleiben wird.«

Where am I?

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