Am Sonntag wurde geXst. Erst- und Zweitstimmen waren gefragt. Diesmal nahm ich meinen Sohn mit in die Wahlkabine. Doch bevor dies geschah, übergab ich ganz gewissenhaft meine Wahlbenachrichtigung den Wahlhelfern. Selbstverständlich kontrollierte keiner, ob ich auch zu dieser Wahlbenachrichtigung gehörte – so blieben mein abgelaufener Personalausweis sowie mein gerade noch zwei Monate gültiger Reisepass ungesehen. Dafür sorgte folgender Dialog für Spannung am Wahltag.
»Geben Sie mir einfach nur die Wahlbenachrichtigung, Ihren Sohn dürfen Sie behalten!«
»Echt? Schade, dachte, das Ding dort hieß Urne…«
Entsetztes Gefrieren auf den Gesichtern der freiwilligen Helfer, dennoch, die Wahlkabine wurde angesteuert und ausgerechnet jetzt staute es sich im Raum. Zwei Kabinen, davon eine von meinem Junior und mir in Beschlag genommen.
»Papa, was steht da?«
Da der Kurze gerade das Lesen anfängt, zeigte ich weiter südlich auf eine Partei.
»Ehhhh, nein, gibt es noch Piraten? Sind das echte Piraten?«
Der Dialog gestaltete sich mit großen Lachen, welches das Murren von den Hinterbänken übertönte.
Papa machte seine Kreuze und musste dies sogar öffentlich machen.
»Wen hast Du gewählt?«
»Die, die ich schon immer gewählt habe…«
»Und wer ist das?«
»Was glaubst Du?«
»Du hast Kai-Henning Gockel gewählt?«
»Quasi, nicht direkt, aber irgendwie schon. Und wen hättest Du gewählt?«
»Kai-Henning Gockel, denn der hat so einen komischen Namen.«