Montag, 28. Februar 2011, 21:27
Nun, gerade merken wir, dass Plagiate anscheinend in der Bevölkerung akzeptiert werden, was liegt da näher, wenn sich der eine oder andere dann bei seinem Nachbarn umsieht und seiner neuen Ideen aus alten, von anderen erarbeiteten, Erkenntnissen bedient.
Schon seit langer Zeit wundere ich mich, mit welcher Dreistigkeit so manche Leute durchs Leben rennen und sich anschließend wundern, warum aus Akzeptanz plötzlich eine Mischung aus Mitleid und Unverständnis wird.
Genau hier beziehe ich mich auf die Fanseite Fohlenhautnah.de – eine Webseite, die über Borussia Mönchengladbach berichtet und dabei wie ein „Raubkopierer“ vorgeht. Aber im Detail.
Vor wenigen Tagen unterzog sich die Seite Fohlenhautnah.de einem Relaunch. Neues CMS, neues Layout, neue Struktur. Begrüßenswert – wenn dabei nicht die Ähnlichkeiten zum Magazin TORfabrik.de wären.
Fangen wir bei der URL an. TF ging vor einigen Jahren den Weg und schloss das führende „www.“ vor der Webadresse Server-seitig aus. Dem Team von Fohlenhautnah schien diese Idee ebenfalls so gut zu gefallen, dass sie dies nachmachten. Nach dem Relaunch und dem Serverwechsel ist die zwingende Umleitung vergessen worden oder absichtlich nicht nachgeahmt. Ein Unterscheidungsmerkmal ist gefunden…
Dafür gibt es nun neue Kategorien bei FH (Fohlenhautnah.de) zu finden. Profis, Nachwuchs, Seitenlinie (in der URL liebevoll Lupfer genannt), Abseits, Schnappschuss… alles irgendwie dem Gefühl nach an die TF (TORfabrik.de) angelehnt. Dort gibt es ebenfalls Profis und Nachwuchs, die weiteren Kategorien bedienen sich Fußballbegriffen wie Einwurf, Querpass, Pressing…
Dazu gibt es auf der FH-Startseite noch eine weitere Kategorie: Konter… bei TF heißt die Kurzpass und der FH-Konter ist genauso zufällig über dem Pressespiegel zu finden, wie der Kurzpass bei TF.
Und wo wir gerade beim Pressespiegel sind – dass sich beide Pressespiegel (sowohl TF als auch FH) aneinander in Einordnung und Menge pro Kategorie ähneln, ist sicherlich nur ein putziger Zufall. Genauso, dass deren Inhaltsseiten nun auch Bilder, selbstverständlich linksbündig wie bei TF, besitzen – keine Frage. Und die Bildunterschriften ähneln sich nur der Korrektheit wegen: BU und der Fotograf in Klammern mit einem sogenannten Slash zum Magazin, welch ein Duplikat!
TORfabrik.de analysierte vor knapp 8 Jahren die Seite auf Typografie und entschied sich im Text bzw. gänzlich für französische Anführungszeichen (» «). Diese Entdeckung hat FH natürlich ebenfalls selbstständig erarbeitet und es ist reiner Zufall, dass solche Anführungszeichen dort wiedergefunden werden.
Ich könnte die Unterschiede/Gemeinsamkeiten weiter aufführen oder aufdröseln. Am Ende bringt es nichts. Denn diese absolute Bauernschläue wird sich den Schuh zumindest nicht offiziell anziehen..
Ob nachgemachte Bildergrößen, abgeschriebenes Impressum, abgelichtete Bildergalerien oder kopierter Footer – diese Dreistigkeit ist nicht mehr zu übertrumpfen, dementsprechend gratuliere ich Borussia Mönchengladbach nur dazu , ein solches Magazin geerntet zu haben. Schließlich hat das Umfeld es gesät, und viele lokale Medien umgarnen es sogar. Ein Ex von FH arbeitet nun beim Express. Dies spricht Bände!
Freitag, 31. Dezember 2010, 20:25

Guten Rutsch ins neue Jahr 2011
Ein ereignisreiches Jahr 2010 neigt sich dem Ende – das neue Jahr steht unmittelbar bevor.
Allen Freunden wünsche ich einen guten Rutsch ins Jahr 2011 und mögen Eure Vorsätze in Erfüllung gehen!
Montag, 27. Dezember 2010, 21:22
Am 1. Mai 2010 zuckte es, quasi rappelte es mich gerade wach. Erneut mal wieder alleine zu einem Auswärtsspiel der Borussia gefahren, beim Anfahren des Parkplatzes kurz zuhause Bescheid gegeben, dass alles gut war und dann an der Bande die Geschicke zweier Bundesligisten per Bild eingefroren.
Nach 45 Minuten stand es 4:0 für Hannover 96 gegen Borussia Mönchengladbach (im übrigen mit Top-Besetzung in der Abwehr und im Tor!) und das unterbewusste Verlangen brachte die vorzeitige Heimfahrt als einzig wahre Option hervor.
Ich biss mich durch, bis zum Schlusspfiff, um zum ersten Mal nach 10 Jahren das Stadion sofort zu verlassen. Im Auto sitzend traf ich die Entscheidung: »Das war es, ich steige aus!«
Nicht aus dem Auto aber aus dem Trott, der mich seit nunmehr 10 Jahren begleitete. Wochenende für Wochenende verbrachte ich in den Stadien der Bundesliga, bis vor wenigen Monden sogar auch noch in der Oberliga oder Regionalliga.
Der Schlussstrich war schnell und einfach, zumal durch den pünktlichen Rückzug an diesem Tag der Sohnemann noch selbst ins Bett gebracht werden durfte.
Seit einem halben Jahr bereue ich diese Entscheidung keine Sekunde. Im Gegenteil. Vielmehr zeigen mir die neuen Wochenenden, welche Momente ich in der Vergangenheit verpasst habe.
Also auf ein neues 2011 mit weiteren schönen Wochenenden.
Mittwoch, 11. August 2010, 20:31
Endlich ist es soweit – seit Wochen immer wieder von offizieller Seite angekündigt und sogar mit Teaser-Videos unterstrichen… www.borussia.de legt das seit über 3 Jahre alte Gewand ab und zeigt sich neu ummantelt.
Der Inhalt? Nun, irgendwie bleibt er gleich, hier und da aufgepeppt und alles laut eigener Meldung selbstverständlich Web 2.0-fähig. So wurde vor einigen Monaten schon eine Facebook-Community mit knapp 10.000 sogenannten Fans eingeheimst und die Redaktion übte fleißig die ersten Schritte im Social-Media-Bereich. Genauso gehört ein Twitter-Account hinzu und irgendwie scheint der Klub beide Kanäle dazu zu gebrauchen, die gleichen Nachrichten dort unter zu bringen.
Was fällt auf? Der erste Blick geht auf die Startseite und diese lädt beim ersten Mal mächtig. Hintergrundbilder von insgesamt knapp 1 MB schleppen sich genauso wie große J-Scripte und CSS-Dateien. Bis auf die überdimensionierten Hintergrundbilder sicherlich alles im normalen, erträglichen Rahmen und wer den Cache einmal befüllt hat, wird in Zukunft von diesen Datei-Größen keine Kenntnis mehr nehmen.
Zur Kenntnis nimmt der User allerdings die großzügig gestaltete Seite. Knapp 1/3 nimmt der obere Bereich in Anspruch, in dem lediglich das Logo nebst horizontaler Navigation und einer Suche zu sehen sind. Die unteren 2/3 – wir sprechen von der durchschnittlichen Auflösung, lassen das Teaserbild der Hauptmeldung erblicken und rechts gelegen Verlinkungen auf Borussias weitere Webseiten Fanshop, Borussia-TV und das Ticket-Center. Etwas weiter rechts und fast schon nicht mehr auffallend der vertikale Werbebanner des Hauptsponsors der Gladbacher Borussia.
Ganz im Süden der Seite überblendet der seit über drei Jahren gewohnte Werbebanner der Santander-Bank, links und rechts flankiert vom Fanshop und Ticket-Center. Eine Dopplung ist hier also sofort sichtbar (siehe oben, rechts neben dem Hauptartikel).
Scrollen wir runter, so ist zu erkennen, dass das Haupt-Teaser-Bild eines von vier Top-Meldungen ist, welche mittels einer jQuery-Art leicht angewählt wird.
Unter diesem Block gibt es lediglich nur noch weitere Meldungen und überdimensionierte Spiel-Ankündigungen und Kalenderfunktionen sowie den Social-Media-Blöcken, die glücklicherweise in der Voreinstellung eingeklappt sind.
Nett anzuschauen und – je nach Geschmack – interessant gestaltet. Mehrwert als auf der alten Startseite ist nicht zu sehen, zumal die eigentlich in den Fan- und Jounalisten-Kreisen beliebten Zitate des Tages fast schon untergehen – dies ist einfach zu schlicht und zurückhaltend gestaltet und bei Normalauflösung auf dem ersten Blick auch gar nicht zu sehen.
Der zweite Blick geht für mich gar nicht auf den ersten Artikel oder einen anderen Navigationspunkt sondern direkt in den Quelltext. Die nexum AG Köln hat den Relaunch mittels Typo3 umgesetzt und dabei auf die Version 4.2.x gesetzt. Eine veraltete Typo-Version, die vor wenigen Tagen nochmal überraschend einen Sicherheitspatch erhielt, eigentlich aber seit knapp 6 Monaten von der Typo-Community nicht mehr supportet wird. Ferner setzt die nexum AG Köln auf XHTML 1.1, welches sauber umgesetzt wurde, aber der Schritt zu HTML5 wurde nicht gewagt. Das ist eigentlich Schade, interessiert aber wohl nur die Fachleute. Zudem sind die Extensions abgewandelte nexum-Versionen und als Ligastatistik-Tool setzt man auf das eigentlich sehr sparsame LMO.
SEO wird bei Borussia auch nicht wahrgenommen – die Quelltexte zeigen eine saubere Programmierung, allerdings fehlen vernünftige URLs. Die News arbeiten noch mit cHash der tt_news-Extension und sind nicht sprechend, ferner enden die Seiten auf .html. Ich habe diese Datei-Endung auf TF blöderweise vor drei Jahren ebenfalls so umgesetzt, obwohl es gerade von W3C eine fast schon 10 Jahre alte Empfehlung gibt, dies nicht mehr zu machen. Wer weiß, ob es diese Endungen in ein paar Jahren noch gibt und hier sind wir auch schon bei ReDirects, die bisher gänzlich fehlen. Kaum ein Lesezeichen funktioniert noch, alte Artikel stoßen auf eine hässliche Typo-Fehlerseite. Hier ist der Admin noch gefragt…
Auf geht es ins Frontend und die Seite zeigt sich nach erstem Durchklicken sauber strukturiert und gewohnt. Soll heißen – die Ebene passen zueinander, der Weg durch den Content ist stimmig, wenngleich eine Seite ohne Werbung wünschenswerter weise noch etwas übersichtlicher sein könnte. Das ist jedoch Geschmackssache und subjektiv. Insofern nicht zu bewerten.
Was mir fehlt? Nun, eigentlich das neue Innovative. Also eine Login-Bereich für die Presse, ein integrierter Fanshop, integriertes Borussia-TV… die Chance wurde schlichtweg vertan, genauso wie das Forum weiterhin als externe Website wirkt… Borussia.de setzt einzig und alleine auf ein neues Aussehen (Layout) und Social-Media-Verlinkungen (I like button). Das Web 2.0 ist nur halbherzig aufgegriffen, da eine Kommentarfunktion innerhalb der Artikel fehlt, die Community weiterhin über verschiedene Anbieter (Facebook, Twitter, Forum, Borussia-TV, Fanshop) läuft.
Das entspricht natürlich nicht einem gewünschten Web 2.0 und von daher ist das vollmundig angekündigte Ziel verfehlt. Da war von einer mit sieben Mann besetzten Presseabteilung und einer Media-Agentur mehr zu erwarten.
Zudem – eine nicht ganz uninteressante Beobachtung wird es in der Zukunft geben. Borussia Mönchengladbachs Presseabteilung möchte mit den Fans kommunizieren. Quasi interaktiv agieren. Die Kunst, dieses bei dieser relativ großen Fanschar zu schaffen, ist eigentlich die Herausforderung schlechthin. Bisher trat der Klub nie öffentlich in Erscheinung und darf nun täglich, nein stündlich auf User-Meldungen reagieren (wehe er macht es nicht…). Und hier werden unbequeme Dinge mehr als einem lieb sind ans Tageslicht dringen. Bleibt zu hoffen, dass der Verein sich im Vorfeld auch darüber Gedanken gemacht hat, wie er nicht nur an die Presse heran tritt, sondern auch mit den Fans kommuniziert. Hier gilt es, einen Leitfaden zu entwickeln, an dem sich alle halten.
Unterm Strich bleibt für mich – ein feiner Relaunch, der optisch schön anzusehen ist, das Ziel Web 2.0 allerdings nicht erreicht. Tuning ist angesagt und hierbei drücke ich sowohl der Borussia als auch dem Partner nexum AG Köln kräftigst die Daumen.
Montag, 15. März 2010, 15:49
… leicht gemacht. So unglaublich es klingt, aber dies steht in den Anzeigen und Micro-Sites der Telekom. Also fülle ich die Webformulare ordnungsgemäß aus, habe sogar schon eine Kündigung von Arcor bzw. Vodafone und mit einem Klick – alles sollte problemlos laufen. Selbst meine Portierungsanzeige wurde gerne von der Telekom in Empfang genommen.
Eine Auftragsbestätigung fehlt, seit zwei Monaten, diese kann laut Telekom erst kommen, wenn meine bisherige Festnetz-Nummer von Vodafone freigegeben wurde. Mehrmaliges Nachfragen bei der Service-Hotline (0800) 330 10 00 hilft hier nicht wirklich weiter. Ob Endgeräte oder Zugangsdaten für den ebenfalls mitbestellten DSL-Anschluss… alles wird reibungslos zum anvisierten Wunschtermin von mir geschehen.
Seit Freitag letzter Woche ist mein Anschluss tot, ebenfalls tot: Internet. Herrlich, kann ja endlich Telekom aktiv werden.
Denkste, die Nummer hängt weiter bei Vodafone, die angeblich von meiner Rufnummer-Portierung nix wissen, sehrwohl mir anbieten, bei Vertragsverlängerung innerhalb von Stunden alles zur Verfügung zu stellen. Bei der Telekom erreiche ich Dutzende von verschiedenen Mitarbeitern. Die einen sagen, es dauert in der Regel 2 bis 5 Wochen, bis ich einen Telefonanschluss bekomme, die anderen reden von 30 Tagen und die Krone setzte eine Mitarbeiterin auf, als sie mir die von der Regulierungsbehörde gesetzlich festgeschriebene Frist von 120 Tagen schmackhaft machte.
»120 Tage, das ist auch die Regellaufzeit bei solchen Fällen.«
Also vier Monate ohne Internet und ohne Telefon. Hurra! Und da ich bei soviel fehlender Spontanhilfe selbst kreativ werde, bitte ich jeden einzelnen Hotliner um eine Lösung. Ob einen Stick, mit dem ich wenigstens ins Internet gehen kann oder eine vorläufige Rufnummer, um irgendwann meine alte draufschalten zu lassen… scheinbar überfordert dies das Fachpersonal der Telekom. Am Ende werde ich sogar noch insoweit beraten, dass ich einen Anwalt einschalten soll, um den Druck auf Vodafone zu erhöhen.
Irgendwie schon abenteuerlich, wie wenig so ein Call-Center hier helfen kann, zumal mein über Umwege eingeleitetes Troubelshooter Ticket anscheinend auch kurzfristig keine Verbesserung einbringt. Dementsprechend schlug ich nun den letztmöglichen Weg ein – auf zum T-Punkt.
Und? Nun, auf einmal ist alles kein Problem. Natürlich erst dann, wenn sich auch wirklich mal einer mit Lösungen beschäftigt. Ergebnis: Ab nächste Woche Montag bekomme ich eine vorläufige neue Nummer, auf die irgendwann nach erfolgreicher Portierung meine alte geschaltet wird. Dazu einen DSL-Anschluss und die nötigen Endgeräte in die Hand gedrückt.
Sicherlich bleibt vorerst mal übrig, dass ich noch weitere 7 Tage ohne Telefon und Internet bin. Allerdings erkenne ich Licht am Ende des Tunnels und Gewissheit, nur noch wenige Tage unter den unseriösen Kundenbindungsmaßnahmen der Vodafone gefangen zu sein.
Digitales Zeitalter rulez!
Mittwoch, 3. Februar 2010, 17:34
… ein Zitat, über das ich heute im Internet stolperte.
»Ich denke, vielleicht das Gefühl beim Auspacken der Weihnachtsgeschenke, wenn man sieben Jahre alt ist; das kommt nicht wieder. Nicht einmal wenn man die Weltmeisterschaft gewinnt.«
Fernando Alonso auf die Frage nach seinen schönsten Momenten
Mittwoch, 30. Dezember 2009, 23:56
… nur noch wenige Stunden, und das Jahr ist vorbei. Ein Jahr, welches viele gute wie schlechte Überraschungen bot. Am Ende geht es genauso flott vorbei, wie es kam und ich persönlich klinge es mit einem D.A.D.-Cover von Tommy Nilsson aus.
»… At the end of a smile, there’s a laugh n a half… «
Mittwoch, 16. Dezember 2009, 22:48
… ja das wäre schon was. So ungefähr dachte ich vor einigen Jahren und besorgte nach dem Einzug in ein Haus mit großzügigem Keller gleich zwei Felgenbäume. Schließlich sind unsere Autos ganz deutsch im Sommer mit Alu-Felgen bestückt, die Winterreifen lagern derweil auf Stahl im Keller. Im Winter umgekehrt.
Heute erneut bei ATU, die mir die Felgenbäume damals angepriesen haben:
»… und ein weiterer Vorteil, Sie lagern Ihre Felgen und Reifen fachgerecht und brauchen sich beim Wechsel keine Sorgen mehr über Auswuchten oder ähnlichen Problemen machen.«
Die 20-Euro-Investition pro Baum kurz über ein paar Jahre im Kopf durchgerechnet – die Antwort war klar. Ich will zwei Felgenbäume!
Und wie jedes Jahr stehe ich bei ATU und lasse für 20 Euro meine Reifen wechseln. Natürlich mit der kostenlosen Wucht-Kontrolle. Die fällt aber, wie sonst immer, negativ aus. Also müssen neue Gewichte dran, 10 Euro fallen extra an. Immer, ob beim Erst- oder Zweitwagen, ATU macht da keinen Unterschied.
Angesprochen auf die Felgenbaum-Geschichte hieß es heute:
»Tja, da hat Sie wohl ein Mitarbeiter beim Kauf schlecht beraten, ein Felgenbaum schützt Sie vor dem Auswuchten in keiner Weise!«
Danke, dass ich mich angeblich geschultem Personal anvertraute. Kann ich ja auch gleich im Internet bestellen – von Informationssammlung mal ganz abgesehen…
Donnerstag, 10. Dezember 2009, 21:46
Vor vielen, ja sehr vielen Jahren, debütierte ein Fahrer in der DTM. Erinnere mich noch… es war April im Jahre 1993 und Alfa Romeo versuchte sich mit dem 155er das erste Rennen in Zolder.
Nach den ersten Trainingseinheiten fragte das ZDF bei dem Neueinsteiger nach. Nicola Larini, bis dato eher unter „ferner liefen“ bekannt, antwortete brav – ja fast schon unverschämt – in die Mercedes angehauchten Mikros.
»Herr Larini, wie realistisch schätzen Sie das Rennen am Sonntag ein?«
»Ich will gewinnen und daher möchte ich einen Sieg.«
»Naja, Sie sind Neueinsteiger wie Ihr Team – ist denn nicht schon ein Platz unter den ersten Zehn ein Erfolg?«
»Wenn ich erster werde, sicherlich!«
Mit großem Lächeln wurden die mutigen Ansagen des Newcomers betrachtet. Am Ende dominierte Nicola Larini zusammen mit Teamkollege und Ex-Formel 1 Fahrer Christian Danner das Rennen. Platz 1 für ihn im ersten Lauf, Platz zwei für Christian Danner. Der zweite Lauf ebenfalls – Nicola Larini ließ Christian Danner nur am Auspuff schnüffeln.
Die Alfa Romeo Premiere war gelungen, der Meister am Ende der Saison hieß wie der Auftaktsieger. Nicola Larini. Mit elf Siegen behielt der Italiener die Oberhand.
Vor fünf Jahren fand sich der Racer bei US-Unternehmen Chevrolet wieder und trat in der WTCC an. Hier blieb er in seinen ersten beiden Jahren Team-Bester, an die Erfolge von damals konnte Nicola Larini nicht mehr anknüpfen.

Arrivederci Nicola!
Jetzt kehrt er dem täglichen Motorsport den Rücken. Mittlerweile unglaubliche 45 Jahre alt, möchte sich der ehemalige Ferrari Formel 1 Fahrer den Stress nicht mehr antun und kokettiert mit einer ausklingenden Karriere in der GT2. Hier absolvierte er vor wenigen Tagen in einem Ferrari F430 einen ersten Testlauf und gewann gleich zwei Rennen hintereinander…
… Qualität setzt sich immer durch. Schade, dass sie irgendwann zu alt für den Rennsport werden.
Mit Nicola Larini verliert der professionelle Autosport einen Größe, die Talent und Charakter in einem Guss zeigte. Ich hoffe, er wird mir irgendwann noch einmal auf der Nordschleife über den Weg laufen. Dem Wohnzimmer von Klaus Ludwig. Nie befahren, kurz vor der DTM mit einem Mietwagen zwei Runden umkurvt, um am Ende der Mercedes Legende zu zeigen, was es heißt, wenn ein richtig guter Rennfahrer in einem fantastisch abgestimmten Auto sitzt.
Nicola Larini und Alfa Romeo – für mich zwei untrennbare Größen!
Samstag, 14. November 2009, 22:25
… Schweinegrippe – welch ein schlimmes Wort! Tourten wir noch in den 90ern durch Großbritannien und wurden von BSE verfolgt, so ereilte uns nun die böse Schweinegrippe.
Zwei bekannt gewordene Fälle in der Schule – noch Wochen zuvor saßen wir beim Kinderarzt und ließen uns unter anderem in diesem Falle beraten. Die Empfehlung: Keine Impfung – der Krankheitsverlauf wäre entspannter als in den Medien dargestellt, das Risiko der Impfung höher, da unerprobt.
Seit Freitag schnupft unser Kurzer – die Angst geht um. Was tun? Von der Hysterie ebenfalls überfordert nehmen die Praxen keinen Abstrich mehr, raten einem, abzuwarten und herkömmlich zu behandeln. Erst wenn es schlimmer wird, sollte ein erneuter Einzug ins völlig überfüllte Wartezimmer geschehen.
Natürlich – als überbesorgtes Elternpaar mit einem Hypochonder darunter geht so was selbstverständlich nicht ohne Nebenwirkungen ab.
Dabei rufe ich helfend eine Doku in Erinnerung – vor Jahren irgendwo gesehen. Ein amerikanisches Dorf, in der Nähe von Kanada. Die Mordrate um knapp 90% gesunken, dazu die Kriminalitätsrate ebenfalls noch einmal mindestens um die Hälfte minimiert: Der Polizeisprecher sollte eigentlich stolz sein. Im Gegenteil:
»Wir haben alles gesenkt, aber die Medien berichten immer mehr über Einzelfälle, so dass jeder Einwohner unserer Region meint, wir hätten eine fünffach höhere Mordrate als in den Jahren zuvor…«
Schlage ich hier in Deutschland die Zeitungen auf – mir geht es genauso. Die Schweinegrippe findet ihre Opfer, jeden Tag. Nicht gerade, wenn andere aktuelle Katastophenmeldungen kurzzeitig die Seite 1 erobern, aber sobald die Grippe-Schlagzeilen wieder das Loch füllen können, geht es weiter.
Eine Massenhysterie, die vom Journalisten-Kodex völlig außer Acht gelassen wird. Willkommen im freien Deutschland. Oder sonst wo auf der Welt der Medien… und ich muss jetzt nur noch den rationalen Absprung schaffen!