Samstag, 25. Oktober 2008, 9:33
Sitze gerade an meinem Schreibtisch und bereite den Pressespiegel für TORfabrik.de vor. Im Hintergrund lasse ich SWR3 laufen und Michael Reufsteck kündigt eine neue Scheibe von Nickelback an – zieht dabei sogar Parallelen zu Wolfgang Petry.
Gut, Nickelback ist sicherlich nicht mehr die Band, die sie Anfang 2000 war, aber bitte?!
Dann läuft die Single „Gotta be somebody“ von Nickelback an und ich muss anfangen zu lachen. Herrlich. Der Quervergleich mit Wolfgang Petry stimmt und viel schöner läuft es beim Abstand. Quasi zeitgleich stimmen Radiohörer Olaf und Moderator Michael an:
„Hölle, Hölle, Hölle…“
Der Tag kann nur besser werden. Huch – jetzt regnet es wieder!
Mittwoch, 10. September 2008, 22:10
Keine Frage, das Urteil gegenüber Mercedes nach dem Rennen im belgischen Spa hinterlässt einen bitteren Beigeschmack. Holte sich Lewis Hamilton einen Vorteil, um anschließend regelgerecht seinen Kontrahenten wieder vorzulassen – besser kann es keiner machen.
Dumm, dass er schon wenige Sekunden später seinen Konkurrenten gnadenlos ins Trübe blicken ließ – ergo – einkassierte.
Ob nun drei Kommissare pro Ferrari oder contra Mercedes entschieden haben? Beiwerk. Diese Diskussionen führte die Rennsportgemeinde schon vor vielen Jahren, als Alfa Romeo den Sternen aus Stuttgart regelrecht um die Ohren fuhren und Könige des Sportes à la Roland Asch oder Klaus Ludwig im Scheitelpunkt der Kurve diese lieblos rauskickten.
Fragt mal bei Audi nach… hier ließ Mercedes mit aller Macht das Reglement ändern, sodass die Ingoldstädter eindeutiges Nachsehen hatten und aus der DTM ausstiegen.
Es kommt einfach immer zurück und ob es nun gerecht oder ungerecht ist – das Resultat bleibt das Gleiche. Der Fan wird betrogen, überall. Ob bei den Eintrittspreisen oder den Rennausgängen.
Nach der lächerlichen Entscheidung am sogenannten „grünen Tisch“ sagt selbst ein Freund der Italianer:
»Fahrt Eure Rennen alleine!«
Trotz allem Honig um den Mund schmeckt kaum noch ein Rennen. Zuviel Interesse steckt im Grundrauschen, so dass nicht nur die Formel 1 zuckersüß im Sonntagskuchen erstickt.
Gut, dass Lance Amstrong wieder zurückkehren will. Ehrlicher Sport! Was für eine Hommage an den Sport.
Freitag, 27. Juni 2008, 18:45

Ein Berberaffe – aufgenommen im Affen- und Vogelpark Eckenhagen.
Website: www.affen-und-vogelpark.de
Dienstag, 24. Juni 2008, 23:04
Keine Frage – Autos fährt bei uns in der Familie jeder mal kaputt. Manchmal der Papa, manchmal die Mama – immer abwechselnd der Reihe nach. Heute morgen mal wieder nen typischer Kozany.
Vorgeschichte: Mein Vater meldete sich für ein paar Wochen Urlaub ab und „parkte“ seinen Wagen bei uns. Sicherlich, ist es in einem beschaulichen Dorf auch so entspannt, da passiert halt nix. Mit der Einwilligung, dass Groß-Sohnemann auch mal damit fahren darf, wenn der Eigner nicht da ist, begann der Morgen.
»Papa? Dürfen wir heute mit dem Jeep von Opa zum Kindergarten fahren?«
Die Antwort war eindeutig, wenige Sekunden später saßen wir im Auto und fuhren in Richtung Hennef. An der Ampel angelangt, nur noch knappe 500 Meter zum Kindergarten, stoppte uns eine rote Ampel. Zwei Autos standen vor uns, wir reihten uns genüsslich ein. Und warteten. 10 Sekunden, vielleicht sogar 20 Sekunden – auf einmal ein Schubser von hinten.
»Papa? Was machst Du da?«
Der Kurze rechts neben mir wunderte sich.
»Nun ich begrüße die nette junge Dame hinter uns. Bleib kurz drinnen.«
Ausgestiegen, erntete ich nettes Hupen der umliegenden Fahrzeuge und übertönte diese mit einer herzlichen Begrüßung:
»Na? Gut geschlafen?«
Weniger humorvoll – weder von der Dame noch von dem umliegenden Fahrzeugen – empfangen, wickelten wir schnell die Formalien ab. Leichter Blechschaden, was will der Mann hier lange diskutieren.
Am Ende brachte es mehr als zwei Stunde Arbeit ein. Ob Schadensanzeige, Gutachter oder sonstiges – alles nur unnötiger Ärger. Dabei wäre alles so einfach. Mein Sohnemann:
»Es war doch rot. Warum hat die nicht gebremst?«
Freitag, 9. Mai 2008, 20:09
Wer kennt es nicht – kaum hast Du die Haare mal etwas länger, schon tönt der Volksmund. Heute morgen saß ich nichtsahnend wieder beim Haarschnitt und hörte die erschütternde Geschichte. Eine nette, junge und vor allem lebensfrohe Frau verlor vor wenigen Wochen bei einem Autounfall ihr Leben.
Ein kleiner Schock in diesem Moment. Klein, aber einfach fein. So unglaublich, wenn auch fern.
Kurz erinnerte ich mich an einen Samstagstermin. Auf einer Außenstelle, in einem Dorf auf einem Berg. Extra für mich besorgte sie Kaffee und Plätzchen. Weil ich an einem Samstag ja so früh aufstehen musste – schließlich war kein anderer Termin mehr frei.
Eine Aufmerksamkeit, die sich einprägte, genauso wie ihre Frohnatur. Die Welt nimmt teilweise ungerechterweise die falschen Menschen unter sich.
Es war mir eine Freude, Dich persönlich kennen gelernt zu haben. Mach es gut – wo immer Du jetzt sein magst.
Freitag, 18. April 2008, 21:01
Da sitzt du, mit knapp 20 kg zuviel auf den Rippen stöhnend auf dem Drehstuhl, keuchst, weil du gerade vom Erdgeschoss ins dritte OG hechtetest und eine Frau mit perfekten Maßen stürmt heulend in dein Büro…
»Oh man, ich bin zu fett.«
Du verdrehst die Augen, schluckst einen Satz wie »das streckt die Falten« runter und hältst schlichtweg den Mund. Minuten später geht das andere Geheule los…
»Ich werde alt – meine Falten… so finde ich nie einen Freund.«
Ohje – spätestens jetzt zieht sich „Mann“ zurück. Der GAU ist eingetreten. Jedes Wort ist fehl am Platze.
Wenig später – auf der Fahrt nach Hause – sehe ich eine völlig übergewichtige Frau, strähnige Haare, Jogginghose an, einen Kinderwagen schieben. Da fällt mir die ledige Arbeitskollegin ein. Tja, irgendwann findet jeder Topf seinen Deckel.
Montag, 24. Dezember 2007, 22:26

Joshua und ein Tannenzapfen
Es ist soweit – seit Wochen strebt die Familie Kozany diesem Tag entgegen. Kaum auf den Beinen, geht das Gefrage eines Vierjährigen los.
»Papa, wann fahren wir los, um Moos zu holen?«
Eine alte Familientradition. Schon damals, als ich noch jung und unbefangen war, gingen die Kozanys in den Wald und schabten Heiligabend das Grün von der Waldwiese. Anfangs noch mit ungeheurer Euphorie – später widerwillig der Tradition wegen.
Und weil es am Ende doch so schön war, begeben sich Papa Olaf und Sohnemann Joshua nun seit ein paar Jahren am 24. Dezember in den Wald und kratzen die letzten Moosreste heraus. Immer unter der Gefahr, dass ein gewissenhafter Förster sein Veto einlegt.
Auch in diesem Jahr gingen wir dem Jägerinstinkt ungestört nach. Zuerst mit dem Touran den Waldweg entlang, um aufzusetzen und nur mit Müh und Not dem Garaus zu entrinnen. Anschließen auf dem Fuße in den Wald und im Visier das Moosbeet.
Selbstverständlich fanden sich Tannenzapfen im Sammelsurium wieder – was tut der Mensch nicht alles für eine vollkommene Krippe. Nach einer knappen Stunde füllte sich der Korb und das Unternehmen schien beendet.
Kurz noch einen Besuch bei Oma und Opa eingeschoben, anschließend das gesammelte Moos vor das verschlossene Wohnzimmer gestellt. Der Auftrag übertrug sich aufs Christkind – die Krippe stand auf der Tagesordnung.
Wie immer – auf wundersamer Art und Weise geschickt bewerkstelligt. Halt ganz wie es die Familientradition vorschrieb.
Mittwoch, 21. November 2007, 21:46
Der Anfang ist gemacht – zwei alte Schulungstische aus der Firma, dazu den Keller kurzerhand entrümpelt. Auf geht es! Ein Mann, eine Werkbank.
Noch heute erzählte ich voller Stolz, welches Vorhaben ich in den nächsten Wochen in die Realität umsetzen möchte. Eine gute Freundin dazu:
»Was haben eigentlich alle Männer mit ihrer Werkbank?«
Nunja, sie ist dafür da, dass Mann springt, wenn Frau Veränderung will. Und das Unternehmen „Heimwerker-Keller“ geht in die erste Runde. Alte Tische mit einem hervorragenden Kollegen – nein, Freund – aus der Firma in den Touran gewuchtet und ab ins Haus transportiert. Nach 2 ½ Stunden Schleppen und viel Spaß war es erledigt.
Jetzt geht es an die Tradition. Mein Vater hatte einen echten Werk-Keller. Zwar kann ich die alte Werkbank nebst Schraubstock nicht nachstellen, aber die Werkzeugwand wird im gleichen Licht erstrahlen. Holzplatten mit einer Gesamtlänge von über zwei Meter werden bald die Wand verzücken, dazu selbstgebohrte Schraubendreher-Halter, alles, was das Herz begehrt.
Warum das Ganze? Weil ich mich früher unglaublich gerne in dem Keller meines Vaters aufhielt, diese simple wie perfekte Welt einfach Dinge möglich machte, die heute nicht einmal IKEA bietet.
Selbstverständlich wird die Holzwand in einem dunklen Grün gestrichen – wie damals. Und meine Sohnemann, gerade einmal vier Jahre alt, freut sich wie ein kleiner König, die Schrauben in die Wand zu drehen, damit der Hammer vernünftig seinen Platz findet.
Tradition – eine, die ich niemals missen möchte. Ach, in diesem Moment wäre ich gerne noch einmal 12 Jahre alt und hämmernd in der Karolingerstraße. Mein Gott, was vergeht die Zeit.
Mittwoch, 14. November 2007, 14:40
Drei Wochen sind nun verstrichen und am Ende ist irgendwie alles gut. Zufriedenheit? Hmmm, teils, teils. Einerseits dieses sinnlose Verballern von Energie, andererseits hat sich etwas zurechtgerückt, was hätte ursprünglich viel früher geschehen müssen. Nun läuft es, mit eindeutig positiven Vorzeichen.
Dienstag, 23. Oktober 2007, 23:31
Wie wird aus einem lauen Lüftchen ein Orkan? Nun, meist gehören immer zwei dazu. Auf der einen Seite einer, der mucksmäuschenstill alles abwartet, nix sagt und hofft, alles würde irgendwie gut werden – auf der anderen Seite einer, der hinter jedem Bäumchen eine Attacke sieht und sich ein Schleudertrauma durch zu heftiges hin und her gucken holt.
Prallen beide Seiten aufeinander, kommt es zwangsläufig zur Konfrontation. So belanglos die Dinge auch sein mögen – sie wurden weder angesprochen noch nach Wichtigkeit gemessen. Es kriselt in solchen Momenten.
Eine Einigung ist kaum erreichbar – beide fühlen sich verletzt. Beide hintergangen. Niemand gesteht dem anderen sein „Ding“ zu, ob banal oder nicht, es interessiert in diesem Moment keinen.
Genau hier bedarf es Abstand. Abstand, der nur gewonnen wird, wenn tief, ganz tief durchgeatmet wird.
Zur Zeit ist alles zu frisch, zu wund, um darüber hinweg zu sehen. Die Zeit kann Wunden heilen. Allerdings nur, wenn daran gearbeitet wird und alte Dinge nicht wieder zum Vorwurf werden.
Warum das Ganze? Wegen einer Nichtigkeit. Gekränkten Eitelkeit oder Naivität. Erwachsen sein ist manchmal zum Kotzen. Schippe auf den Kopf und gut ist! Tja, früher war alles leichter. Heute komplizierter – weil wir es so machen.