Nächtle

Freitag, 2. Oktober 2009, 23:17 § 0

Disneyland after Dark – oder einfach nur D-A-D

Donnerstag, 17. September 2009, 12:44 § 0

Gestern war es soweit, in der Essigfabrik spielte D-A-D (Disneyland after Dark oder einfach nur D.A.D.). Einlass um 19 Uhr, wir waren ca. 15 Minuten vor Einlass da und gesellten uns zu knapp 20 Personen. Es kam, wie es aussah, die Halle war spärlich besucht, würde mal schätzen, dass keine 500 Leute vor Ort waren.

Als Vorgruppe spielte Heaven’s Basement, eine Nachwuchs-Band aus England, die ein bissl an die guten alten 80/90er Jahre der Hard&Heavy Musik anknüpfte und trotz der eher am Becher nippenden Besucher für Stimmung sorgte. Leider war der Ton sehr grenzwertig, alles nur laut, die Gitarre ging im allgemeinen, unkoordinierten Lärm unter, genauso wie teilweise die Stimme.

Das war bei D-A-D schon anders. Jesper Binzer, der Sänger, kam rein und krakeelte los. Brauchte dabei ein bis zwei Lieder, um seine Stimme zu sortieren, nach einem guten Viertel des Konzertes hatte er alles im Griff und die Vorstellung war endlich im Gange.

Lustig mit anzusehen, dass das Publikum aus dem Baujahr 1970 (+-5 Jahre) bestand und ganz vorne in der ersten Reihe ein sogar älterer Herr, mit Schlägermütze und Brille bewaffnet, dem Alter trotzte und heftigen Spaß an der Performance der Dänen hatte.

Das Publikum kannte fast alle Texte und dementsprechend kam es angesichts dieser beschaulichen Kulisse zu einer exklusiven Wohnzimmer-Atmosphäre.

Schön auch mit anzusehen – der Slogan “Disneyland after Dark” prangerte riesig auf und von der Tribüne. Hatte D-A-D doch um das Jahr 1989 noch Ärger mit den Amerikanern, scheint dies heute keinen wirklich mehr zu interessieren.

Absoluter persönlicher Höhepunkt war das Drum-Solo, bei dem Sänger Jesper das Publikum bat, Drummer Laust Sonne anzufeuern. “Komm schon Laust, wir wissen, Du schaffst es” hieß es immer wieder und so erfreute Laust, der von den Rängen aus gesehen eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Mönchengladbacher Fußballprofi Roberto Colautti aufwies, die grölende Masse mit mehreren Drum-Einlagen. Spielen bei solchen Konzerten oftmals “nur” die Sänger und Gitarristen eine Rolle, umso schöner hier zu sehen, dass es auch anders gehen kann.

Nach knapp 1 1/2 Stunden Spielzeit gingen die Lichter auf der Bühne aus und in der Halle an – wie immer: Viel zu kurz!

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